Grundlagen der Biodynamischen Psychologie


Primär- und Sekundärpersönlichkeit
Lebensenergie, Psychoperistaltik und Stethoskop
Die vegetative Selbstregulation
Der vasomotorische Zyklus
Der psychodynamische Prozess
Die Neurose aus biodynamischer Sicht
Auswirkungen abrupter Unterbrechungen des Libidoflusses
Vom Stau zur Libidozirkulation
Abgrenzung der Biodynamik zu anderen Methoden
Die Verantwortung der Therapeutin
Neurosenprophylaxe bei Müttern und Kleinkindern

Primär- und Sekundärpersönlichkeit
 
Die Primärpersönlichkeit ist der Mensch, so wie er von der Schöpfung vorgesehen ist:  Liebesfähig, empathisch, voller Güte und Mitgefühl und in der Lage, seine Grenzen und die des Mitmenschen zu respektieren. Dieser Mensch spürt sich und andere Menschen, ist mit seinen Energien und seiner Intuition verbunden.
Die Primärpersönlichkeit ist im Fluss mit ihrer Lebensenergie, spürt sich, ihre Gefühle und kann diese aushalten und ihre Bedürfnisse, vertraut sich, den Mitmenschen und dem Schicksal, kann Stressreste und Blockaden auflösen, ist entscheidungsfähig, in sich selbst zentriert und kann aus ihrem Zentrum heraus, aus ihrer eigenen Mitte heraus Geben und Nehmen, ist in Liebe mit sich, der Welt und den Umständen, dem Schicksal.
 
Die Sekundärpersönlichkeit ist die in der Erziehung zerbrochene neurotische Persönlichkeit.
Es ist der Mensch, der die Anerkennung von Aussen braucht, weil er nicht mehr spürt, dass er recht ist, der Machtstrukturen und Ersatzbefriedigung braucht, weil er das tiefe innere Glück, das innere Strömen, die Verbundenheit mit sich und der Welt verloren hat.
Die Sekundärpersönlichkeit oder die neurotische Persönlichkeit ist nicht im Fluss, nicht in der Mitte und spürt sich, seine Energie und demzufolge seine Gefühle und die der anderen Menschen nicht. Er kann deshalb Situationen und Gegebenheiten oft nicht richtig einschätzen. Diverse körperliche Blockaden als Folge von Stress und Deprivation aus der Kindheit ergeben den Charakterpanzer; der Mensch trägt diverse Masken, er ist mehr Schein als Sein, wenig konfliktfähig und in der Lage, Verantwortung für sein Tun und Handeln zu übernehmen, abhängig von der Liebe anderer; Energieabsauger, korrumpierbar, bestechlich.
Das ganze Unglück der Menschheit ist - ohne Schuldzuweisung - das Ergebnis dessen, was wir den Kindern antun. Eltern geben ihren Kindern das weiter, was sie selber bekommen haben. Etwas Anderes können sie nicht geben. Und auch sie haben Eltern gehabt.
Die Erziehungskonzepte, die das Ueber-Ich erfunden hat, tragen dazu bei, die Primärpersönlichkeit zu brechen und den Erwachsenen jegliche Spontaneität zu nehmen. Das Kind ist gezwungen, unter dem Druck der Erwachsenen sein tieferes Selbst, sein Lebendigsein zu verleugnen. Es wird blockiert und blockiert sich selber und wird unglücklich. Dieses ganze Leid kann in der Therapie wieder an die Oberfläche kommen und sich entladen, Blockaden können gelöst werden und der Mensch kann das tiefe Glück der Verbundenheit wieder spüren.