Grundlagen der Biodynamischen Psychologie


Primär- und Sekundärpersönlichkeit
Lebensenergie, Psychoperistaltik und Stethoskop
Die vegetative Selbstregulation
Der vasomotorische Zyklus
Der psychodynamische Prozess
Die Neurose aus biodynamischer Sicht
Auswirkungen abrupter Unterbrechungen des Libidoflusses
Vom Stau zur Libidozirkulation
Abgrenzung der Biodynamik zu anderen Methoden
Die Verantwortung der Therapeutin
Neurosenprophylaxe bei Müttern und Kleinkindern

Lebensenergie, Psychoperistaltik und Stethoskop:

 

Die Lebensenergie:

 

Der Fluss der Lebensenergie (oder der Libido-Energie von Sigmund Freud) kann sichtbar werden in den biodynamischen Behandlungen. Die Freudianer haben zeitgleich noch behauptet, dass die Libido nicht sichtbar ist, nie gesehen wurde und auch nicht sichtbar werden kann.
Die Erkenntnis, Freud`s Libido zu sehen, sowie über die Psychoperistaltik zu hören war für die Ärzte und Psychologen damals neu und nicht akzeptierbar.

Blockaden dieser Energie können durch die Vervollständigung des vasomotorischen Zyklus (s.u.) aufgelöst werden. Jeder nicht abgeschlossene vasomotorischer Zyklus bewirkt eine Ansammlung von Stoffwechselrückständen im Gewebe und eine Ablagerung von Adrenalin, welches den neurotischen Gewebepanzer verstärkt. Die Verstärkung des neurotischen Gewebepanzers wiederum bewirkt, dass weitere Zyklen ebenfalls nicht abgeschlossen werden können.

Um Blockaden zu lösen, die Energie zum Fliessen zu bringen, arbeitete Gerda Boyesen mit dem Teil des Unbewussten, der dem Ich am nächsten ist,  wie Freud, aber auf der körperlichen Ebene.
Auf der körperlichen Ebene geht es um den emotionalen Kreislauf im Blut, um den Rückfluss in die Venen, sowie um die Flüssigkeits- und Energiestaus im Muskelgewebe. Als Gerda begann, an den Muskelmembranen zu arbeiten, hörte sie Darmgeräusche, die, wie sie herausfand, das Lösen oder Schmelzen von Energie ankündigten. Hier liegt der Schlüssel zum Lösen von Blockaden, zur Vervollständigung des emotionalen vasomotorischen Zyklus. Die Therapeutin kann die Psychoperistaltik mit als Orientierung und Feedback in ihren Behandlungen benutzen.
 

Die Psychoperistaltik und das Stethoskop:

 

Um die Arbeit mit den Darmgeräuschen, der Psychoperistaltik zu verfeinern, bediente sich Gerda später des Stethoskops, das bis heute das Feedbackgerät der Biodynamischen Psychologie ist; es handelt sich um eine von Gerda Boyesen`s grössten Entdeckungen.

Durch den Abbau von Stressprodukten wird die Lockerung von stressbedingter Kontraktion und die Fähigkeit des Körpers, zurückzukehren zu seiner normalen Funktionsweise, der Selbstregulation, erleichtert. Die Fähigkeit zur Selbstregulation hängt sehr vom allgemeinen Gesundheitszustand des Menschen und seiner Organsysteme ab.

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Die Psychoperistaltik löst Rückstände aller Art in Körper auf, Restspannungen der Muskulatur, Stoffwechselrückstände aus dem emotionalen Blutkreislauf, aus dem vasomotorischen Zyklus, die Restspannungen zwischen den Membranen und in den Membranen selbst. – Wenn die Psychoperistaltik sich schliesst, wird eine Energieakkumulation im ganzen Körper aufgebaut. Um in den Zustand der Entspannung zu kommen, benötigt jeder Mensch Momente absoluter Ruhe. Wenn der Mensch aber von einem Stress in den nächsten läuft und sich die Psychoperistaltik nicht öffnen kann, werden hier die körperlich-energetischen Grundlagen für die Neurose gelegt.
Hier können die biodynamischen Methoden helfen, energetische vasomotorische Zyklen abzuschliessen, zur Ruhe zu kommen, und aus der Ruhe neue Kraft zu schöpfen.

  

Ergänzungen zur Bedeutung der Psychoperistaltik und zur Funktion von biodynamischen Gruppen und Selbsthilfe:

Bei – durch Kindheitserlebnisse oder den jetzigen Alltag betreffend – sehr belasteten und gestressten Menschen ist es oft der Fall, dass das System so blockiert ist, dass auch Ferien nicht mehr reichen, um die Psychoperistaltik in Gang zu bringen. Eine funktionierende Psychoperistaltik ist die Grundvoraussetzung zur Erholung und Entspannung.
Hier kann aber eine biodynamische Therapeutin helfen. Es geht immer darum, am Körper oder in der Aura den „Schlüssel“ zu finden, der die Peristaltik öffnet. Es werden also die Stellen am Körper gesucht, auf die der Darm mit Darmgeräuschen antwortet. Dies ist der Schlüssel für emotionale und vegetative Entladungen.
Menschen, die in Selbsthilfegruppen in die Methodik einiger Biorelease-Massagen und in den Gebrauch des Stethoskops eingeführt worden sind, können sich auch durchaus selber behandeln. Übungsanleitungen aus Biorelease- Selbsthilfegruppen eignen sich für Gesunde, die den Alltagsstress besser bewältigen wollen und mehr Zugang zu ihrer Mitte finden wollen.
Wer mit dem Stethoskop arbeitet, sollte auf wässrige Töne achten und andere harmonische Geräusche, die gut ins Ohr gehen: Das bedeutet, dass Blockaden sich auf eine gesunde Art und Weise lösen, Energie fliesst. Dieser Energiefluss sollte möglichst nicht gestört werden, denn er ist sehr heilsam.

Menschen, die aufgrund von Stress- und traumatischen Erlebnissen in der Kindheit Probleme mit sich und der Umwelt haben oder neurotisch sind, wo es also darum geht, ältere Blockaden aufzulösen, gehören in die Hände der Körpertherapie und der Körperpsychotherapie. – Hier sind Selbsthilfegruppen nicht der richtige Rahmen.