Grundlagen der Biodynamischen Psychologie


Primär- und Sekundärpersönlichkeit
Lebensenergie, Psychoperistaltik und Stethoskop
Die vegetative Selbstregulation
Der vasomotorische Zyklus
Der psychodynamische Prozess
Die Neurose aus biodynamischer Sicht
Auswirkungen abrupter Unterbrechungen des Libidoflusses
Vom Stau zur Libidozirkulation
Abgrenzung der Biodynamik zu anderen Methoden
Die Verantwortung der Therapeutin
Neurosenprophylaxe bei Müttern und Kleinkindern

Vom Stau zur Libidozirkulation:


Während Sigmund Freud mit der ektodermalen Ebene arbeitet (Nervensystem, Sinnesorgane, Haut), arbeitet Gerda Boyesen mit der endodermalen Ebene (Atmungs- und Verdauungsorgane, ableitende Harnwege, Schilddrüse, Leber, Pankreas). Das Ziel der Therapie ist immer, dass Willen, Ziel und Wünsche (das Ich) vollkommen aus den Bedürfnissen, Sehnsüchten (Es) des Menschen gespeist werden soll.
Im Gegensatz zur Psychoanalyse, die zwischen Lust- und Realitätsprinzip einen Widerspruch aufbaut, sieht die Biodynamik diesen Widerspruch nicht. Gerda Boyesen geht davon aus, dass die Realität sehr lustvoll sein kann, wenn der Mensch mit seinem inneren Energiestrom, der Liebesenergie, die das Gleiche ist wie die kosmische Energie, verbunden ist.
Die Realität kann sehr anregend, inspirierend und lustvoll sein, wenn frau mit allen Sinnen und jeder Körperfaser mit sich verbunden ist. Und selbst wenn die Realität einmal unlustvoll ist, zum Beispiel bei Verlusterlebnissen eines geliebten Menschen, geht es dem Menschen trotz seiner Trauer und mit seiner Trauer gut, wenn er mit sich verbunden bleibt.

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In der therapeutischen Situation muss sich die Therapeutin bewusst sein, welche Ebene sie bei der Klientin ansprechen will, die des Ueber-Ichs, die des bewussten Ichs oder die des Es, des Unbewussten.
Um das Unbewusste anzusprechen, spricht die Therapeutin in einem sehr langsamen und bedeutungsvollen Ton: „Versuche zu spüren, was Deine Hände tun wollen; lass`  sie ausdrücken, was sie wollen; lass` Deine Hände sprechen ....“ (Boyesen,  1985, 141).