Grundlagen der Biodynamischen Psychologie


Primär- und Sekundärpersönlichkeit
Lebensenergie, Psychoperistaltik und Stethoskop
Die vegetative Selbstregulation
Der vasomotorische Zyklus
Der psychodynamische Prozess
Die Neurose aus biodynamischer Sicht
Auswirkungen abrupter Unterbrechungen des Libidoflusses
Vom Stau zur Libidozirkulation
Abgrenzung der Biodynamik zu anderen Methoden
Die Verantwortung der Therapeutin
Neurosenprophylaxe bei Müttern und Kleinkindern

Der psychodynamische Prozess:

 
Der psychodynamische Prozess ist der Prozess, in dem unverarbeitete Themen, frühkindliche und jetzige Konflikte oder Traumen aufsteigen, die dann verbal und / oder in einer vegetativen Abreaktion verarbeitet werden können.

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Gerda unterscheidet Klientinnen, bei denen diese Prozesse tendenziell schon ablaufen, die einfach noch vervollständigt werden müssen und Klientinnen, bei denen die Energie derart blockiert ist, dass eine therapeutische Intervention von aussen nötig ist. Dank Gerda`s Präsenz und ihrer Fähigkeit, mit der universellen Energie in Einklang zu sein, entwickelte sie eine sehr gute Intuition, so dass sie die Klientinnen sehr gut durch ihren Prozess führen konnte.
Der psychodynamische Prozess entsteht durch die dynamische Entspannung, die schon eintritt im Liegen, mit Wohlbefinden beginnt und in eine Tiefenentspannung übergeht, so dass die Muskelverspannungen mit der Zeit zu schmelzen beginnen und der Prozess die Widerstände übersteigt. Die Klientin muss sich so wohl fühlen, dass alle Widerstände und alle Abwehr abfallen. – Dieser Prozess kann mit verschiedenen Methoden initiiert werden, durch das Gespräch, durch Massagetherapie oder einfach durch entspanntes Daliegen.
Gerda Boyesen integrierte die Psychoanalyse, die Psychotherapie und die physiotherapeutischen Ansätze im Laufe der Zeit in ihrer Arbeit.
Die Vegetotherapie, die Gerda Boyesen und ihre Schülerinnen entwickelt haben, ist eine Art der freien Assoziation der Psychoanalyse auf der Körper- und Energieebene (s.u.).
Die Freudschen und Reichianischen Theorien widersprechen sich nicht, da ja Reich beispielsweise die kindliche Entwicklung auch in Phasen verlaufend sieht (Oral-, Analphase....) und von der Libido spricht. Im gewissen Sinne hat Reich die Theorien Freud`s konsequent weiterentwickelt auf der Körper und Energieebene, und er hat begonnen, seine Patientinnen zu berühren. – Ein grosser Unterschied zwischen der Arbeit Freuds einerseits und der Arbeit von W. Reich und G. Boyesen andererseits besteht darin, dass letztere beiden nicht interpretieren, sondern derart arbeiten, dass die Patientin sich selber ganzheitlich erforscht und begreift, und Körper und Bewusstsein integriert. Die Therapeutin ist die kompetente liebevolle Wegbegleiterin.

Integration neuer Techniken und die Bedeutung der Stimme:
Im Laufe der Zeit integrierte Gerda Boyesen einige Techniken von Alexander Lowen, in denen es eher um effiziente Abreaktion von aufgestauten Gefühlen ging in ihre Arbeit sowie auch Elemente aus der Methode der verbalen Imagination von Jay Statman.

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Die Klientin wird eingeladen, Bilder auftauchen zu lassen, und sobald die Klientin ganz mit Körper und Atmung in dem Bild drin ist zu fragen: „ Was siehst Du?“ „In welchen Raum bist Du? Wie sieht der Raum aus? Hat er einen Geruch? Gibt es dort Menschen? Wer ist dort? Sprechen sie zu Dir? Was antwortest Du ihnen?

Auch über die Bedeutung der Stimme und verbaler Techniken lernte sie vieles in dieser Zeit. Es ist ein grosser Unterschied, ob die Frage: „Wie geht es Dir?“ in einen trivialen oder Alltagstonfall oder in einem tragischen oder empathischen Tonfall gestellt wird. In letzterem Falle wird direkt das Herz, die Seele angesprochen und der Mensch wird sich öffnen.
Sie entwickelte ihre sanfte Methode weiter, mit dem „inneren Stimulus“ zu arbeiten (den Körper sich ausdrücken zu lassen, Bewegungen, Stimme und Atem kommen zu lassen), um auf diese Weise der Klientin zu helfen, unverarbeiteten Stress, Beziehungsprobleme, Neurosen vegetativ und emotional aufzulösen.
Es ist schon immer wichtig für Gerda gewesen, dass ihre Therapiesitzungen zu einem „glücklichen Ende“ geführt werden, dass niemals die Klientin in ihren schlimmen Erfahrungen und Frustrationen stecken bleiben muss, damit sich wirklich Spannungen, Blockierungen und Neurosen lösen können und der Mensch an Lebensfreude gewinnt. Die blockierte Energie kann und muss zurück in den Libidokreislauf fliessen.

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Auch heute in der modernen Traumatherapie wird es als wichtig erachtet, wenn die Patientin zunächst Ressourcen aufbaut, die ihr erlauben, sich gut zu spüren und zu fühlen, sich ganz zu fühlen. Von den Ressourcen ausgehend pendelt der Mensch  zu den unverarbeiteten Konflikten oder zum Traumageschehen und zurück zu den Ressourcen.
Es gibt in jedem therapeutischen Prozess und in jedem vasomotorischen Zyklus (s.o.) des Alltags den Moment, in dem die Energie sich umdreht und von der aufsteigenden emotionalen roten in die absteigende harmonisierende blaue Energie transformiert.